Für mehr Feminismus(s) im Betrieb, der Gewerkschaft und in Gesellschaft!
Vom 27. bis 29. März 2026 findet in Berlin das bundesweite Aktiventreffen der ver.di Jugend statt. Tausche Dich mit jungen engagierten Gewerkschafterinnen aus und sammle mit vielen tollen Kolleginnen Ideen, Anliegen und entwickelt gemeinsame Formate.
Es geht schon wieder los: Tradwife-Trend und der maskuline Mann. Willkommen in den 1950er Jahren in Europa.
Feminismus ist mehr als eine gesellschaftliche Bewegung. Es ist eine zentrale Kraft für Solidarität, Gerechtigkeit und Mitbestimmung in der Arbeitswelt. Im Feminist Rage Club treffen wir uns drei Tage und erarbeiten gemeinsam, was feministische Ansätze für die Gewerkschaftsarbeit heute bedeuten können. Wie können feministische Perspektiven unsere Organisation, unsere Arbeitskämpfe und unseren Alltag verändern? Welche Strukturen müssen wir hinterfragen – und welche Visionen treiben uns an?
Wo? ver.di Bundesverwaltung, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Unterbringung? Hostel in fußläufiger Nähe (Mehrbettzimmer)
Kosten? Die Veranstaltung ist für ver.di Mitglieder kostenlos, inklusive Reisekosten, Verpflegung und Unterbringung
Wie? Einfach anmelden bis zum 20.02.2026: KoMaSys WEB-Anmeldung - Anmeldedaten
Wer? Zielgruppe der Veranstaltung sind junge Frauen in ver.di. Wir heißen alle herzlich willkommen, die sich angesprochen oder darunter sichtbar gemacht und thematisch abgeholt fühlen.
Noch unsicher? Dann komm am 04. Feburar um 19 Uhr zu unseer Info-ViKo. Hier beantworten die Kolleg*innen der Orgagruppe alle Fragen. Hier gehts zur Anmeldung.
Programm
- Bis 17:30 Uhr Anreise
- 17:30 Uhr Abendessen
- 19:00 Uhr Begrüßung und Eröffnung der Konferenz
- 19:30 Uhr Netzwerken und Ankommen
- 20:30 Uhr weibliche Führung – Impulse und Einordnung
- 20:45 Uhr Pause
- 21:00 Uhr Diskussion mit Yasmin Hilpert - Aktuelle politische Lage in den USA und ihre Auswirkungen
- 22:00 Uhr Gemeinsames Ausklingen des Abends
- 09:00 Uhr Tagesstart
- 09:30 Uhr Workshopphase 1
- 12:00 Uhr Mittagspause
- 13:00 Uhr Workshopphase 2
- 16:00 Uhr Nachmittagspause
- 17:00 Uhr Fish-Bowl Diskussion zur aktuellen politischen Lage, Betriebspolitik, Gesellschaftspolitik
- 19:00 Uhr Pause + Wegezeit zum Ort der Abendveranstaltung
- 20:00 Uhr Abendessen + gemeinsame Abendveranstaltung
- 09:30 Uhr Landesbezirkliche Vernetzung
- 10:30 Uhr Vitalpause
- 11:00 Uhr Transfer: Was lernen wir, was nehmen wir mit und wie geht es weiter?
- 12:30 Abschluss
- 13:00 Ende, Mittagessen, Abreise
Workshops
„Intersektionalität“ ist ein wichtiger Begriff im Feminismus. Geprägt wurde er von feministischen BIPoC wie Sojourner Truth und Kimberlé Crenshaw. Wenn ihr beide Namen nicht kennt, dann seid ihr hier genau richtig. In diesem Einführungs-Workshop setzen wir uns damit auseinander, was Intersektionalität eigentlich bedeutet, welche Ebenen von Diskriminierung auch heute noch täglich wirken und wie gewerkschaftliches Engagement aktiv dagegen arbeiten kann.
Weil das Internet Trad Wifes, Tüll & Tränen, Proposal-Flut und Pinterest-Hype perfekter Hochzeiten die Illusion von Liebe & Pflicht feiern, zeigt dieser Workshop auf Basis von Emilia Roigs Buch Das Ende der Ehe, warum Artikel 6 GG absolut veraltet ist. Zeit für einen ehrlichen Blick auf Freiheit, Liebe und Alternativen jenseits des glitzernden Käfigs – Spoiler: Wir entlarven die Ehe als romantisiertes Abhängigkeitskonstrukt.
Was bedeutet Führung als Frau - und warum tun sich Frauen augenscheinlich manchmal schwer damit? In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, wo wir selbst in Führung gehen (können), welche Bilder und Erwartungen uns dabei prägen und was uns davon abhält. Wir beleuchten unterschiedliche Führungsstile, hinterfragen alte Rollenbilder und machen individuelle wie kollektive Hindernisse sichtbar. Ziel ist es, Klarheit über den eigenen Handlungsspielraum zu gewinnen.
Wie Menschen sprechen, zuhören, sich bewegen, unterbrechen oder schweigen, ist nie neutral. Kommunikation ist ein politisches Feld: Sie entscheidet darüber, wer gehört wird, wer sich klein macht, wessen Wut legitim ist und wessen Stimme als „zu viel“ gilt. Thema sind patriarchale, klassistische und sexistische Muster in Sprache, Stimme und Körper – auch in der Kommunikation unter Frauen.
Mit kurzen Inputs und Übungen geht es um Unterbrechen, Nein-Sagen, Raum-Einnehmen, solidarisches Sprechen und widerständige Sprache – nicht als Technik, sondern als politische Praxis. Der Workshop richtet sich an Frauen*, die nicht nur „besser kommunizieren“, sondern verstehen und verändern wollen, wie Kommunikation Macht verteilt – und wie sie sich gemeinsam zurückholen lässt.
Das Patriarchat ist in aller Munde, aber wie genau wirkt es sich eigentlich aus? In diesem Workshop schauen wir uns gemeinsam an, wie sich schlecht bezahlte, unbezahlte und unsichtbare Arbeit auf die soziale Sicherung von Arbeitnehmer*innen in Deutschland auswirken. Wir schauen auf "typische" Erwerbsbiografien im Wandel der Jahre und überlegen zusammen, wie eine Alternative aussehen könnte!
Wie prägen Gesetze Geschlechterrollen? Und warum entstehen daraus immer noch Ungleichheiten? Im Workshop checken wir gemeinsam, was in der Arbeitswelt rechtlich abgeht, wo der Diskriminierungsschutz Lücken hat und welche politischen Reformen gerade so anstehen. Wir schauen, was sich wirklich bewegt – und wie wir als junge Aktive zusammen Druck machen können, damit Gleichstellung nicht nur nice klingt, sondern endlich Realität wird
Kaum bist du aktiv in ver.di geworden, kriegst du erstaunlich viele Mails und Angebote, doch auch mal im Gremium XYZ vorbeizuschauen, weil da "ganz dringend auch mal frischer Wind rein muss" - kommt dir das bekannt vor? Was mit einer Bauchpinselei anfängt, kann schnell zu einer Mehrfachbelastung werden, wenn du mehr Mandate hast, als die Woche Tage hat. Wie wir es schaffen, strategisch junge Frauen in Gremien zu platzieren, OHNE dass sie in den Gremienstrukturen verbrennen, schauen wir uns in diesem Workshop an.
Die Strukturen in den meisten Betrieben sind durch männliche Entscheider gestaltet und geprägt. Lass uns das ändern, denn die Matrix passt oft nicht zur Frau. Wir schauen auf betriebliche Möglichkeiten und zeigen welche Stellschrauben ihr drehen könnt. Wie ihr euch ein stärkendes Netzwerk aufbaut und von der Stimme zur Veränderung kommt. Dabei geht es unter anderem um Hebel in der Tarifarbeit und der Mitbestimmung. Aber auch ohne Amt, kannst du viel anstoßen und ins Rollen bringen.
Was ist sexuelle Belästigung genau? Was haben unsere gesellschaftlichen Strukturen damit zu tun? Und wie spiegeln sich diese im Betrieb oder in der Ausbildung wider? Im Workshop wollen wir uns damit beschäftigen, welche Formen sexuelle Belästigung annehmen kann und was sie mit den Betroffenen macht. Außerdem informieren wir darüber, welche Pflichten Arbeitgebende haben und diskutieren, welche (rechtlichen und individuellen) Handlungsmöglichkeiten Betroffenen, Kolleg*innen, Betriebsrät*innen und Jugendauszubildendenvertretungen offen stehen.
Sexarbeit wird oft mit Zwangsprostitution gleichgesetzt, Sexarbeiter*innen als Opfer oder moralisch fragwürdig dargestellt – ihre eigenen Stimmen bleiben dabei ungehört. Doch was, wenn wir stattdessen zuhören? Wenn wir anerkennen, dass Sexarbeit Arbeit ist – mit Rechten, Forderungen und Realitäten, die nichts mit Klischees zu tun haben? Basierend auf dem Positionspapier der ver.di Frauen fragen wir in diesem Workshop: Wie sieht eine feministische, gewerkschaftliche Perspektive auf Sexarbeit aus, die nicht über, sondern mit Betroffenen spricht?
Dabei geben wir bewusst Raum für unterschiedliche Standpunkte und konträre Meinungen. Wie gehen wir mit dem Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung, ökonomischen Realitäten und struktureller Benachteiligung um? Kann Sexarbeit wirklich Lohnarbeit sein – oder ist sie immer Ausdruck von Ausbeutung? Ziel ist zu verstehen, statt zu urteilen.
In diesem Workshop schauen wir gemeinsam auf aktuelle Trends wie Tradwife-Inszenierungen und patriarchale Darstellungen von Weiblichkeit. Wir beschäftigen uns damit, woher diese Narrative kommen, warum sie gerade jetzt so erfolgreich sind und welche gesellschaftlichen Interessen dahinterstehen können. Ziel ist es, Rollenbilder kritisch und politisch einzuordnen, ein gemeinsames Verständnis von „Freiwilligkeit“ in diesem Zusammenhang zu entwickeln und zu diskutieren, wie ein gesunder Gegenentwurf aussehen kann.
Bücher, Filme, Serien, Musikvideos – die Popkultur blickt auf Frauen* durch die Augen von weißen, heterosexuellen Männern. Wie weibliche Figuren dargestellt werden, ist geprägt von patriarchalen gesellschaftlichen Machtstrukturen, und die stereotype Darstellung von Frauen* als passive, dekorative Objekte verfestigt dieses Bild wiederum in der Gesellschaft.
So weit, so kompliziert. Und über die Darstellung genderqueerer Charaktere haben wir dabei noch gar nicht gesprochen.
Aber was ist dieser Male Gaze eigentlich genau, und wie erkenne ich ihn? Was hat das Konzept des Female Gaze ihm entgegenzusetzen? Ist meine Lieblingsserie feministisch genug? Und wenn nein, macht mich das zu einer schlechten Feministin? Diesen Fragen wollen wir uns im Workshop nähern. Vorkenntnisse sind nicht notwendig; alle, die schon mal einen Film oder eine Serie gesehen haben, oder planen, dies zu tun, sind herzlich eingeladen.
